(Phantasie-) Erzählungen Mittelerdes 1.1

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(Phantasie-) Erzählungen Mittelerdes 1.1

Beitragvon Valaraukar am 01.07.2014, 07:56

Disclaimer:
Die Geschichten, die von mir ersonnen sind und die ich hier in diesem Forum veröffentliche, bedienen sich ganz überwiegend der von J.R.R. Tolkien erdachten Welt Mittelerde und basieren zum allergrößten Teil auf seinen Charakteren, Ereignissen und Orten, die darin vorkommen. Die Rechte an vorgenannten bleiben somit bei ihm bzw. seinen Erben. Charaktere, Orte sowie Handlungen, die nicht oder nicht unmittelbar auf J.R.R. Tolkiens Werken beruhen, entstammen hingegen meinen Ideen und insoweit behalte ich mir allen gedanklichen Eigentum daran vor! Ferner veröffentliche ich meine Geschichten in und um Mittelerde hier keinesfalls zu kommerziellen Zwecken, noch verdiene ich tatsächlich Geld daran!
Valaraukar
 

Re: (Phantasie-) Erzählungen Mittelerdes 1.1

Beitragvon Valaraukar am 01.07.2014, 13:25

Die Erschaffung der Nazgûl


Einleitung

Es ist das Zweite Zeitalter Mittelerdes. Der Krieg des Zorns der Valar, Maiar, Elben und Edain gegen Morgoths Schreckensherrschaft auf Erden ist lange vorüber. Die Welt, Mittelerde, wurde in diesem Krieg schier gewaltigen Ausmaßes schwer in Mitleidenschaft gezogen und viele ehemalige Länder des Westens liegen heute zertrümmert am Grunde des Meeres.
Doch zu guter Letzt konnte Morgoth niedergerungen werden und weilt nun nicht mehr in Mittelerde, höchstens noch als böser Geist, der wohl nie wieder eine feste Substanz zurückgewinnen kann und lediglich noch vermag, die einst von ihm gesetzte Saat des Bösen immer wieder erneut zum Knospen zu bringen. Denn das Böse, einmal in dieser Welt verankert, wird sich niemals mehr vollständig aus ihr tilgen lassen, allgegenwärtig bleiben und zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten immer wieder von Neuem ausbrechen. Das ist Morgoths düsteres Vermächtnis an uns alle.

Die Edain, die drei hohen Häuser der Menschen, die, wie schon erwähnt, im Krieg des Zorns auf Seiten der Valar gegen die Heere Morgoths fochten, erhielten zum Dank für ihre Treue von den Valar die Insel Andor, die Gabe, als Geschenk. Auch unter dem Namen Númenor oder schlicht Westernis bekannt. Diese Insel lag nah an den Unsterblichen Landen.
Elros, Halbelb und Bruder des Elrond, der später Imladris (Bruchtal in der Gemeinsprache des Westens), gründen sollte, wurde ebenso wie sein Bruder vor die Wahl gestellt, zum elbischen oder aber zum menschlichen Geschlecht gezählt zu werden. Und Elros entschied sich, anders als sein Bruder, für das Menschsein. Er wurde der erste König von Númenor und der älteste Mensch, der je gelebt hat. 500 Jahre zu leben, ward ihm durch die Gunst der Valar gegeben. Für lange Zeit wurde jeder direkte Nachfahre von ihm weit über 400 Jahre alt. Keine Krankheiten und keine körperlichen Gebrechen waren diesen bekannt. Wohl aber konnten sie durch Gewalt von Außen verletzt oder getötet werden. Das geeinte Volk Númenors herrschte Jahrtausende lang über Andor, ehe sein Untergang nahte. In dieser Zeit wuchsen sein Wohlstand, sein Wissen um viele Dinge die sind, dessen Kunstfertigkeiten in allem erdenklichen, seine Macht, aber auch seine Arroganz und Selbstverliebtheit immer weiter an.

Sauron schaffte es letztlich, dem Zorn und Urteil der Valar zu entgehen. Tausend Jahre lang verbarg er sich an dunklen Orten und ließ sich in Mittelerde nicht blicken. Dann ließ er sich in Mordor nieder und errichtete dort im Verlauf von Jahrhunderten sein Reich. Barad-dûr wurde dort über 600 Jahre lang als gewaltige Festung erbaut und hier nahm er auch seinen Sitz als Herrscher dieses Landes. Von dem unbändigen Wunsch beseelt, die mächtigen Elben unter seine Herrschaft zu zwingen, kleidete er sich selbst in das edle Gewand eines Elben, nannte sich fortan Annatar, was elbisch (genauer: Quenya) für Herr-der-Geschenke ist, und bemühte sich um deren Vertrauen. Bei den Elbenschmieden von Eriador gelang ihm das auch und unter seiner kundigen Führung - denn groß war sein Wissen - wurden schließlich die Ringe der Macht gewirkt. An der Schaffung aller Ringe hatte er großen Anteil, nur nicht an den drei mächtigsten Ringen nächst dem Einen, den er heimlich schmiedete um alle anderen Ringe und deren Träger zu beherrschen, denn die hat seine Hand nie berührt, noch wurden sie je von ihm besudelt. Als Sauron erkannte, dass er die Elben nicht, wie gewollt, beherrschen konnte, da sie zuvor bereits seiner
bösen Absichten gewahr wurden, überzog er sie mit Krieg und brachte dadurch alle Ringe der Macht an sich, abermals jedoch mit Ausnahme der Drei, die erneut seinem Zugriff verwehrt wurden. Eine große Flotte aus Númenor landete schließlich in Mittelerde und die daraus hervorgehende Armee des damaligen Königs Tar-Minastir schlug Saurons Heere zurück. 400 Jahre waren seither vergangen und Sauron wagte noch immer nicht, die Edain des Westens herauszufordern. Doch machte er sich in dieser Zeit immer mehr die Völker des Ostens und des fernen Südens gefügig. Unterdessen nahmen die Macht, die Herrlichkeit und auch die Gier nach noch mehr Macht und Besitz der Dúnedain, der Herren von Westernis, immer weiter zu. Schon besetzten sie Siedlungen der einfacheren Menschen an den Küsten Mittelerdes und verlangten von diesen hohen Tribut. Und niemand war zu jener Zeit imstande, ihrer Macht zu widerstehen und jeder musste sich ihrem Willen beugen. Doch Sauron wollte sich niemandem untertan heißen und keinem unterwerfen. Alsbald regte sich ein teuflischer Plan in ihm, wie er seine Macht um ein Vielfaches steigern konnte…
Valaraukar
 

Re: (Phantasie-) Erzählungen Mittelerdes 1.1

Beitragvon Valaraukar am 08.07.2014, 16:00

1. Kapitel

Gefährlicher Ehrgeiz

Zeit: 2103, Zweites Zeitalter
Ort: Umbar, prä-númenorisch besiedelter Hafen, tributpflichtig gegenüber dem Königreich Númenor

Barándil, Elethóils Sohn, hoher númenórischer Abstammung, war königlicher Präfekt und somit oberster Stellvertreter zur Durchsetzung der königlichen Interessen im sogenannten númenórischen "Protektorat" Umbar. Und die „königlichen Interessen“ beliefen sich insbesondere auf Eintreibung der nicht geringen Tribute, welche die ursprüngliche Bevölkerung Umbars „zu deren eigenen Schutz“ gegenüber Númenor entrichten musste. Außerdem sollte jedwede eventuell ausbrechende Rebellionsbestrebung seitens der stark bevormundeten Bevölkerung bereits im Keim erstickt werden.
Als Barándil soeben eine Schriftrolle las, die ursprünglich mit dem höchstpersönlichen Siegel des derzeitigen 13. Hohen Königs von Númenor, Tar-Atanamir selbst, verschlossen ward, stieg Zorn in ihm auf und sein Herz fing an, wie wild zu pochen! Erregt lief er in seinem Arbeitszimmer auf und ab. Weich federte dabei sein Gang auf dem dicken, uralten aber doch kostbarem Teppich, der einmal irgendwo im fernen Süden Mittelerdes gewirkt worden war. Durch die breite Fensterflucht drängten sich schon die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne und wie so viele Male bereits zuvor, verharrte Barándil einen Augenblick, um den erhabenen Ausblick auf die weit unter ihm liegende, ausgedehnte Hafenstadt Umbar genießen zu können. Rot schimmerte sein Gesicht in der hereinbrechenden Morgensonne, als plötzlich eine Möwe ganz nah heranflog, einige Sekunden lang in den Winden der Luft auf der Stelle "stehend" segelte und dann wild kreischend wieder von dannen zog. Dies alles ist mein und nimmer werd ich es hergeben! dachte sich Barándil in grimmiger Entschlossenheit. Was denkt sich mein König nur dabei, so etwas von mir zu verlangen! Diese Halbwilden Umbars müssen ja schon jetzt beträchtliche Mengen deren Eigentums an Númenor abtreten. Fast wöchentlich nunmehr brechen neue Frachtschiffe von Umbars und auch anderer Siedlungen Häfen auf gen Andor. Alle voll beladen! Wenn jetzt mein König die Abgaben noch weiter erhöhen will, so bleibt den Haradrim ja bald nichts mehr übrig, um auch an mich noch ihren Zoll zu entrichten! Das könnte doch glatt in einem Aufstand enden, wenn das so weiter geht…spekulierte er vor sich hin, ungewillt außerdem, seinen eigenen hohen Lebensstandard gefährdet zu sehen.
Während Barándil so darüber nachsann, wie man die Haradrim am sinnvollsten weiter ausbeuten und dabei gleichzeitig die habgierigen Wünsche seines Königs erfüllen könne, trat sein dunkelhäutiger Diener haradrimscher Abstammung durch einen schmalen, mit einem schweren dunkelgrünen Stoffvorhang behangenen Seitendurchgang in sein prächtig ausgestattetes und mit vielerlei Gold, edlen Stoffen und kräftigen Farben verziertes Arbeitszimmer ein. >>Tsí-ìr-Dâsch, was störst du mich in meinen Überlegungen!?<< verlangte Barándil zu wissen. >>Verzeiht Eurem unwürdigen Diener diese Störung, Herr, aber ein Gesandter möchte Euch sprechen. Er sagt, es sei von hoher, ja höchster Wichtigkeit, die keinen Aufschub duldet!<<
>>Ein Gesandter? Ein Gesandter von wem!?<< fragte Barándil barsch. >>Das wollte er mir, Eurem zutiefst ergebenem Diener, nicht preisgeben, oh Herr!<< jammerte Tsí-ìr-Dâsch. >>Doch,<< fuhr er fort >>er sieht sehr edel und hochsinnig aus, und, ich weiß nicht woher, oh Herr, doch ich habe irgendwie das tiefe Gefühl, ihm mein vollstes Vertrauen zu schulden, ganz so, wie ich auch Euch verehre und blind vertraue, mein Gebieter!<< Dabei verbeugte sich Tsí-ìr-Dâsch tief vor seinem herablassenden und überheblichen Herrn.
>>Na schön, lass ihn ein und führe ihn in meinen Empfangssaal.<< befahl der Präfekt seinem Diener. Wollen wir doch mal sehen, was dies für ein Gesandter ist und was es mit ihm auf sich hat…überlegte sich Barándil.
Als er eben noch einen flüchtigen Blick in den lebensgroßen, holzvertäfelten Spiegel warf, der sich gegenüber der Wand mit der Fensterfront in seinem Arbeitszimmer befand, ehe er sich seinem unerwarteten Besucher widmen wollte, gefiel ihm durchaus, was er darin sah. Denn obgleich er für einen Númenórer, der nur eine entfernte Verwandtschaft mit der Königslinie vorweisen konnte, mit seinen 267 Jahren schon als recht "betagt" galt, so besaß er doch immer noch in vollem Maße eine strenge Würde, große körperliche Kraft und eine schier überwältigende Willensstärke, der nur die stärksten Menschen zu begegnen oder gar zu widerstehen vermochten - in der Regel nur andere Dúnedain. Seine stattliche Größe von gut über 2 Metern, die kantigen Gesichtszüge, umrahmt von schulterlangem, nun schlohweißem Haar und die stechend grau-blauen Augen, die unter stark akzentuierten Augenbrauen hervorblitzten, taten ihr Übriges zu seinem imposanten Erscheinungsbild.
Der Empfangssaal für Besucher befand sich, von der Tür zu seinem Arbeitszimmer aus gesehen, rechts am Ende eines langen Ganges. Doch Besucher betraten diesen von der anderen Seite des großen, eindrucksvollen steinernen Verwaltungsgebäudes aus, in dem Barándil als Stellvertreter des Königs in Umbar seinen Sitz hatte, während er nun über den hinteren Eingang gehen konnte. Da er sich persönlich für außerordentlich "wichtig" hielt, ließ er sich Zeit und schlenderte nur sehr gemächlich zum Empfangssaal. Wer auch immer sein Besuch war, der konnte ruhig ein wenig warten, das stellte gleich mal klar, wer hier das "Sagen" hatte...
Barándil erreichte somit erst einige Minuten später sein Ziel (er hatte im Vorbeigehen wieder einmal diese fantastischen Bilder von bedeutsamen Künstlern Númenors studiert, die überall im Verwaltungsgebäude an den Wänden hingen und die nicht selten große Segelschiffe in windgepeitschtem Meer zeigten) und es war daher auch nicht verwunderlich, dass sein Besucher schon im Empfangssaal eingetroffen war. Dieser schien nun auf ihn zu warten, wenngleich er mit auf dem Rücken verschränkten Armen und von Barándil abgewandt aus einem der großen Fenster auf die Vielzahl an Kais, die Umbar besaß, schaute. Von der hoch über den Häfen belegenen Anhöhe, auf der dieses Gebäude thronte, hatte man wahrlich einen herrlichen Ausblick auf das ganze Umland und darüber noch weit aufs offene Meer hinaus. Die Sonne war nun vollends aufgegangen und strahlend blauer Himmel, durchzogen nur von einigen wenigen weißen Wolken, verwöhnten diese Gestade. Ein milder, frühsommerlicher Luftzug streichelte die Gräser am Hang gleichermaßen wie auch den mannshohen Schilf der Strände. Es versprach ein sehr warmer Tag zu werden.
Das erste, was Barándil an seinem Gast zur Kenntnis nahm, war dessen ungeheure Körpergröße. Er schien - auf den ersten Blick gesehen - ebenso groß zu sein, wie er selbst, deutlich größer also, als die weitaus meisten Menschen Mittelerdes. Neugierig beäugte er sein Gegenüber. >>Seid gegrüßt an diesem wundervollen Morgen, o königlicher Präfekt Umbars seiner Majestät, Tar-Atanamirs, des unerreicht Großen, Barándil, Sohn des Elethóil!<< eröffnete der Fremde unvermittelt und ohne sich auch nur umzudrehen, das Gespräch. Wie kann dieser Gesandte es wagen, das Protokoll zu verletzen, wenngleich er es auch mit geziemenden Worten tut! Verärgerung keimte in Barándil auf und so rührte er sich nicht auf die Begrüßung seines noch immer mit dem Rücken zu ihm stehenden Besuchers. Er blieb selbst einfach still stehen. Du willst Spiele spielen, mein Freund, nun, das kann ich gewiss ebenso.
Einige lange Augenblicke rührte sich niemand. Dann plötzlich, als Barándil es sich schon anders überlegen und diesen Fremden eben doch noch ansprechen wollte, drehte der sich endlich um. Feine, doch zugleich strenge Gesichtszüge hatte er, wie mit Hammer und Meißel in jahrelanger Arbeit von den kundigsten aller Zwergenmeister herausgearbeitet. Schulterlanges, glattes schwarzes Haar fiel ihm herab. Sein Alter war schwer einzuschätzen, aber vermutlich - da er offensichtlich ein Mensch, jedoch sehr wahrscheinlich kein Númenórer war - dürfte er um die 40 Jahre alt gewesen sein. Eine sehr charismatische, ja regelrecht dominierende Ausstrahlung schien von ihm auszugehen, wie feinster Nebel in einer nur durch Sterne erhellten, ansonsten aber stockfinsteren Nacht, obwohl diese hier und jetzt verhüllt zu sein schien, zu Gunsten einer gerechten und redlichen Wirkung auf seinen Gesprächspartner. Seine Kleider waren anderer, hierzulande gänzlich unbekannter Machart, vermutlich irgendwo im fernen Osten Mittelerdes gewirkt, so wie sie aussahen, jedoch von geübter Hand gewoben, mit reichen Verzierungen versehen und von hoher Güte, die sich sicherlich nur ein vermögender Mann dort leisten konnte. Merkwürdiger Weise schien der Fremde keinen anderen Schmuck als einen schlichten Goldring an seiner rechten Hand zu tragen. Als sein Besucher unvermittelt lächelte, zeigten sich Barándil die perfektesten und weißesten Zähne, die er je bei einem Nicht-Dúnedain zu Gesicht bekommen hatte. Und obgleich Barándil doch grundsätzlich eher skeptisch allem Fremden gegenüber eingestellt war, so wirkte die ganze Erscheinung seines Besuchers dennoch augenblicklich sympathisch auf ihn.
>>Es ist mir eine große Freude und Ehre, Euch einmal persönlich gegenübertreten zu dürfen, Herr!<< eröffnete lächelnd der Gesandte das Gespräch von Neuem. >>Denn ich habe bereits viel über Euch und die Weisheit, mit der Ihr Euren Aufgaben nachgeht, gehört.<<
>>Nun,<< entgegnete Barándil vorsichtig, >>die Freude ist ganz meinerseits. Auch wenn ich von Euch nicht annähernd so viel gehört habe; ja noch nicht einmal Euer werter Name hat es bis an mein Ohr geschafft!<<
>>Verzeiht, Ihr habt natürlich Recht!<< entschuldigte sich der andere Mann. >>Mein Name ist Annatar.<< Annatar! Das ist hochelbisch für "Herr der Geschenke"...übersetzte Barándil für sich im Geiste. Er meinte, diesen eigentümlichen Namen irgendwann in irgendeinem Zusammenhang schon einmal gehört zu haben, konnte sich im Augenblick jedoch nicht erinnern, wann und wo. Ich scheine nun langsam doch noch alt zu werden. dachte er nicht ohne ein gewisses Bedauern dabei. >>Annatar. Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen. Einer meiner Diener teilte mir mit, Ihr wärt ein Gesandter, doch konnte er mir nicht sagen, von woher oder von wem Ihr ausgesandt wurdet, mit mir zu reden. Sicher könnt Ihr aber Licht in dieses Dunkel bringen...?<<
>>Ja, das kann ich in der Tat!<< bejahte dieser Annatar. >>Ich komme aus dem Lande Mordor, das Euch sicher ein Begriff ist?<<
Mordor! >>Äh...ja, ich habe natürlich schon über Mordor gehört. Nicht immer nur das Allerbeste, um der Wahrheit die Ehre zu geben...herrscht dort nicht Sauron über ein Heer von Sklaven und kriegslüsternen Orks? Was vermag mir, dem königlichen Präfekt Númenors von Umbar, ein Sendbote Mordors mitzuteilen?!<< verlangte Barándil zu erfahren. >>Es scheint mir leider, Eure Informationen über Mordor sind nicht ganz zutreffend, Herr!<< begann Annatar zu beschwichtigen. >>Zwar trifft es zu, dass Sauron der König jenes Landes ist. Doch fürwahr, er ist kein Kriegstreiber und Sklavenhalter! Wohl aber sucht er, die vielen wilden und gefährlichen Völker des Ostens - und darunter mögen sich außerdem vielleicht ein paar kleinere Gruppen ehemals herrenloser Orks befinden - unter einer Führung zu einigen. Er tut dies jedoch, um sie zu befrieden und zu kultivieren. Er will die Gefahr, die von ihnen ausgeht, ein für allemal aus der Welt schaffen. Zum Wohle aller Völker Mittelerdes! Denn sehr liebt er die Freiheit; auch schätzt er Kultur und Wissenschaften und will nicht leiden, dass diese durch barbarische Menschen und Orks zu Grunde gehen könnten. Dies und nichts anderes ist Saurons Absicht, wenn er die vielen kriegerischen Horden zu einen sucht.<< Annatar sprach dies alles mit so viel Redlichkeit und dem Ton aufrichtiger, milder, aber dennoch gutmütiger Gekränktheit aus, dass Barándil ihm vorläufig Glauben schenken wollte, insbesondere, da er über Sauron tatsächlich nicht allzu viel wusste, wenn er ehrlich war. Denn dieser hatte sich seit langem schon sehr ruhig gegenüber den Besitzungen der Dúnedain verhalten. Länger bereits, als Barándil überhaupt schon auf dieser Welt weilte.
>>Schön,<< intonierte also Barándil, >>ich wollte Euch nicht beleidigen. Verzeiht mir, ich erwähnte lediglich, was ich vom Hörensagen zu wissen glaubte. Doch nun teilt mir mit, was ist Euer Begehr?<<
Annatar sah ihn an und wie beiläufig strich er sich für einen kurzen Moment über den goldenen Ring, den er am Zeigefinger der rechten Hand trug. Und Barándil schien es für einen winzigen Augenblick lang so, als ob ein starker fremder Wille sich seiner bemächtigen wolle.

Wird fortgesetzt...
Valaraukar
 


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