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Ja, was denn nun (tun)!?!

BeitragVerfasst: 05.03.2013, 13:36
von Valaraukar
So, wieder einmal hab ich einen Teil meiner Freizeit damit verbracht, mir zu überlegen, wie ich diesem fantastischen Spiel "Ringkrieg" abermals noch ein klein wenig mehr Flair verleihen kann. :lol:

Dazu bewogen hat mich diesmal der nachhaltige Eindruck, dass der Schatten NICHT GENUG ZEIT hat, die Gemeinschaft anständig zu jagen UND derweil Mittelerde zu knechten. Es ist doch so, als Schatten steht man immer vor der Wahl, ob ich - im gesamten Spielverlauf betrachtet, durchschnittlich gesehen - die Gemeinschaft eher stärker oder eher schwächer jage. Eigentlich kann man das Spiel "Der Ringkrieg" auch mit einem Tanz vergleichen; der Schatten ist dabei der Mann, er führt. Die Freien Völker sind die Dame, sie werden vom Mann (Schatten) geführt.

Denn liegen zu viele Augen im Jagdpool, hat der Schatten nicht mehr sehr viele Würfel für militärische Aktionen übrig, die Freien Völker hingegen werden sich bei vielen Augen im Jagdpool mit der Gemeinschaft nicht sehr oft bewegen und in solchen Runden stattdessen dem Schatten verstärkt militärisch begegnen, was den Schatten wiederum militärisch verlangsamt und somit wahrhaft epische und lang andauernde Schlachten in Mittelerde hervorruft. Die Folge daraus ist natürlich, dass solche Spiele im Schnitt deutlich länger dauern, als üblich, sicherlich 15+ Runden im Durchschnitt, was auch mal leicht viel höher ausfallen kann. Da die Gemeinschaft hierbei jedoch trotzdem kontinuierlich voranschreitet und der Schatten insbesondere in den ersten 2/3 des Spiel eher mäßig vorankommen dürfte (nämlich in etwa solange, bis die Verstärkungen der FV großteils aufgebraucht sind), wird er irgendwann wohl oder übel wieder weit weniger Würfel der Jagd zuweisen um doch noch militärisch aufholen zu können, während die Gemeinschaft sich dem Schicksalsberg immer weiter nähert. Ab diesem Zeitpunkt aber, wo der Schatten weniger Würfel der Jagd zuweist, wird das Spiel nun sehr zügig enden, da die Gemeinschaft der Macht des Ringes schon bald in Mordor erliegen wird oder aber im Stande ist, den Einen Ring zu vernichten.

Anders hingegen, wenn der Schatten der Jagd von vorneherein wenig Beachtung schenkt. In solchen Fällen wird ein Militärsieg des Schattens im Durchschnitt rasch erfolgen können, sicherlich irgendwann zwischen Runde 8 und Runde 12 oder 13. Das bedeutet natürlich, dass die FV kaum eine andere Chance haben, als diesen Tanz mitzutanzen und die Gemeinschaft möglichst schnell zum Schicksalsberg zu bewegen. Solche Spiele sind dann schnell vorüber. Man erlebt dabei weder allzuviel spektakuläre Kämpfe noch eine ausgeprägte Jagd nach dem Ring.

Somit scheint es nicht möglich, beides zu bekommen. Man kann als Schatten nicht fortwährend die Jagd nach der Gemeinschaft im Fokus behalten und dennoch sichtbar militärisch voranschreiten. Und das finde ich schade. Ich persönlich will üblicherweise nämlich nicht, dass eine Partie Ringkrieg vor in etwa Runde 14 endet, eher noch Runde 15 (+). Solche Spiele sollen außerdem möglichst knapp enden, in denen ein Militärsieg des Schattens entweder erreicht wurde oder schon zum Greifen nah war. Gleichzeitig soll die Macht es Ringträgers entweder zu hoch sein, um den Ring zu vernichten oder schon sehr hoch gewesen sein, als er ihn vernichtete! Kurz gesagt, ich will beides, einen militärisch sehr dominanten Schatten und zugleich einen solchen, der die Gemeinschaft (außerhalb Mordors) permanent jagt.

Um das zu erreichen, aber gleichzeitig die Spielbalance nicht übermäßig zu beeinträchtigen (ausgewogene Spiele sind hier nach wie vor das Schlagwort), hab ich mir überlegt, dem Schatten von Anfang an EINEN regulären Aktionswürfel hinzuzugeben. Jedoch ist der Schatten gleichzeitig verpflichtet, immer mindestens einen Aktionswürfel der Jagd zuzuweisen, wenn sich die Gemeinschaft in der vorherigen Runde NICHT bewegt hat (oder kein Aktionswürfel der FV in Phase 1 einer neuen Runde aus dem Jagdfeld zurückgenommen wurde)! Hat sich die Gemeinschaft hingegen bewegt (bzw. es wurde mindestens 1 FV Aktionswürfel aus dem Jagdfeld in Phase 1 zurückgenommen), muss der Schatten mindestens ZWEI Würfel als Augen der Jagd zuweisen!
Über allem bleibt aber die Regel bestehen, dass NIE mehr Würfel der Jagd zugewiesen werden dürfen, als sich noch Gefährten in der Gemeinschaft befinden, ungeachtet dessen, jedoch mindestens immer einen Würfel (das soll bei Anwendung meiner Hausregel verhindern, dass der Schatten mehr Würfel als nach den ursprünglichen Regeln erlaubt, der Jagd zuweisen darf, sobald sich die Gemeinschaft auf der Mordorleiste befindet).

Re: Ja, was denn nun (tun)!?!

BeitragVerfasst: 05.03.2013, 15:16
von Valaraukar
Nachtrag. So ziemlich jeder (inklusive mich selbst) dürfte arge Probleme haben, den fehlenden Schatten-Aktionswürfel für meine obige Hausregel aufzutreiben. Das soll jedoch kein Problem darstellen. Die meiste Zeit über wird man diesen zusätzlich benötigten Würfel aus seinem regulären Würfelvorrat nehmen können. Und erst wenn (sicherlich zu einem späten Zeitpunkt) Saruman, der Hexenkönig und Saurons Mund alle zugleich im Spiel sind, wird dieser eine Aktionswürfel für meine Hausregel fehlen. Da durch diese Regel aber sowieso zu jedem denkbaren Zeitpunkt mindestens immer ein Auge im Jagdpool liegen wird, kann man das erste ins Jagdpool gelegte Auge auch ganz einfach durch einen beliebigen anderen Würfel (der gar nicht zum Ringkrieg gehörig sein muss) oder ein beliebig anderes passendes Symbol ersetzen.

Re: Ja, was denn nun (tun)!?!

BeitragVerfasst: 06.03.2013, 08:23
von Valaraukar
Mein erster Erfahrungsbericht mit dieser Hausregel:

Der Schatten hat durch Korrumpierung der sich auf der Mordorleiste befindlichen Gemeinschaft gewonnen. Seine 10 Siegpunkte waren zudem maximal noch eine Runde entfernt, eher weniger. Nichtsdestotrotz war es - wie ichs nicht anders erwartet habe - ein knappes Spiel. Jedoch muss ich eingestehen, dass es hart für die Freien Völker war. Den einen zusätzlichen Würfel des Schattens merkt man definitiv schon recht früh im Spiel. Die übermächtige, bedrohliche Präsenz des Schattens ist durchgehend spürbar! Nicht nur militärisch (obwohl die FV in diesem Spiel Isengart samt Saruman besiegen konnten) lief die Sanduhr gegen die Gemeinschaft, auch die Jagd auf die Gemeinschaft war für diese stets bedrohlich und ein Voranschreiten gefährlich.

Wie sagte doch Gandalf so schön in Bezug auf die Chancen, den Ring zu vernichten und Gorthaur, pardon, Sauron zu trotzen? "Nur die Hoffnung eines Narren"! :wink:

Ich denke nicht, dass man bei Anwendung meiner Regel ausgeglichenere Spiele als zuvor bekommt. Eher das Gegenteil. Der Schatten scheint wieder einmal leicht im Vorteil zu sein. Aber wer als FV Spieler die Herausforderung und den Nervenkitzel, gegen einen (leicht) überlegenen Schatten ankämpfen zu müssen, liebt, für den ist diese Modifikation genau das Richtige! Man bekommt auf jeden Fall das Gefühl, gegen einen sehr starken Schatten antreten zu müssen und sich nie sicher sein zu können, dieser Aufgabe tatsächlich gewachsen zu sein.

Keine Regel also für faire Turnierspiele. Aber eine Regel, aus der sehr spannende, atmosphärengeladene Ringkriege entstehen werden!

Grüße,

euer Frank!